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Finanzlexikon: volax-future

volax-future

Volax-Future: Finanzterminkontrakt auf die implizite Volatilität einer DAX-Option am Geld mit drei Monaten Restlaufzeit. 1998 wurde der Volax-Future als erster Terminkontrakt auf implizite Optionsvolatilitäten an der DTB (heute Eurex) eingeführt. Nach ca. 15.000 gehandelten Kontrakten wurde der Handel mit dem Volax-Future allerdings Ende 1998 aufgrund stark gesunkener Liquidität wieder eingestellt.

Seit der Veröffentlichung des Black-Scholes-Modells (1973) ist der enorme Einfluß des Faktors Volatilität auf den Optionspreis bekannt. Im Gegensatz zu anderen Optionspreisfaktoren, wie dem Kurs des Underlyings und dem Zins, ließsich die Volatilität bis 1998 nicht separat mit einem einzigen Finanzinstrument handeln. In dem folgenden Aufsatz wird gezeigt, wie der Volax-Future auf die impliziten Volatilitäten der DAX-Option ausgestaltet war und welche Anwendungsbereiche es für Volatilitätsfuture wie den Volax-Future gibt.

1973 war in mehrfacher Hinsicht ein bemerkenswertes Jahr für die internationalen Terminbörsen. Zum einen sorgte der Zusammenbruch des Bretton Woods Systems fester Wechselkurse für signifikant höhere Volatilitäten auf den Zins- und Devisenmärkten und in der Konsequenz für einen bis heute ungebrochenen Aufschwung der derivativen Instrumente in diesen Bereichen. Zum anderen führte die CBOE in Chicago als erste Terminbörse der Welt Optionen auf Aktien ein. Dies wurde erst durch die Ergebnisse von Fischer Black und Myron Scholes ermöglicht, die gemeinsam ein Optionspreismodell zur Bewertung von Aktienoptionen europäischer Art veröffentlichten. Obwohl die Herleitung der Optionspreisformel im Original sehr aufwendig ist und das Modell nur unter idealtypischen Prämissen gilt, setzte sich das Modell in der Praxis schnell durch. Noch heute ist es das am weitesten verbreitete Optionspreismodell. Denn zum einen liegt der rechnerische Optionspreis P des Black-Scholes-Modells in der Regel sehr nahe an dem Preis, zu dem die jeweilige Option tatsächlich gehandelt wird. Zum anderen benötigt das Modell nur fünf Inputfaktoren, nämlich den aktuellen Aktienkurs S, den Ausübungspreis E, die Restlaufzeit t der Option, den risikolosen Zinssatz r sowie die Standardabweichung s der Aktienrendite. Der letztgenannte Faktor wird auch als Volatilität bezeichnet.

Der Wert eines Portfolios mit Optionen schwankt in Abhängigkeit von Änderungen der Volatilität. Zur Absicherung dieses Volatilitätsrisikos gibt es derzeit keine reinen Hedginginstrumente. Der vorliegende Aufsatz zeigt am Beispiel des Volax-Futures auf die implizite Volatilität von DAX-Optionen, wie ein Future auf implizite Volatilitäten aussehen kann. Dazu werden zunächst die impliziten Volatilität definiert und einige ihrer Eigenschaften dargesellt. Anschließend wird ein Futureskurs für Volatilitäten hergeleitet und die konkrete Ausgestaltung des Volatilitätsfutures beschrieben. Darauf aufbauend werden die Anwendungsbereiche Hedging, Spekulation und Arbitrage eines solchen Derivates erklärt.

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